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Kindergeld für behinderte Kinder






Bis zum 18. Geburtstag des Kindes erhält man das Kindergeld für sein Kind ohne größere Probleme. Ab 18 muss die Berechtigung für das Kindergeld nachgewiesen werden. Zusätzlich kommt es darauf an, dass die Einkünfte des Kindes (Brutto minus Sozialversicherung minus Werbungskosten) nicht über der Einkunftsgrenze (2015: 8.472 €, 2016: 8.652 €, 2017: 8.820 €) liegen.

Außer den entsprechenden Paragraphen im Kindergeldgesetz und Einkommensteuergesetz gilt für die Entscheidungen der Familienkassen vor allem die Dienstanweisung DA-KG (Version 2015) für Familienkassen.
Zusätzlich gibt es von der Bundesagentur für Arbeit eine Seite zum Thema Kind mit Behinderung.
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Berufsbildungsbereich einer Werkstatt für behinderte Menschen

Im Abschnitt A 14.4 der Dienstanweisung DA-KG ist festgelegt, dass auch die Förderung im Berufsbildungsbereich einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfBM) eine Berufsausbildung darstellt.

Sicherlich ist auch die Wartezeit (z. B. ab dem Antrag auf Kostenzusage) bis zum Beginn des Werkstattaufenthalts Kindergeld-fähig.

Ein behindertes Kind befindet sich auch dann in Berufsausbildung, wenn es durch andere gezielte Maßnahmen auf eine – wenn auch einfache – Erwerbstätigkeit vorbereitet wird, die nicht spezifische Fähigkeiten oder Fertigkeiten erfordert. Unter diesem Gesichtspunkt kann z. B. auch der Besuch einer Behindertenschule, einer Heimsonderschule, das Arbeitstraining in einer Anlernwerkstatt usw. eine Berufsausbildung darstellen.
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Kindergeld nach der Ausbildung bzw. ab 25

Kindergeld wird eigentlich nur bis zum Ende der Ausbildung bzw. maximal zum 25. Geburtstag (plus Wehr- und Zivildienstzeit) gezahlt.
Eine Ausnahme gibt es für Kinder, die behindert sind und nicht selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen können: Für sie kann das Kindergeld auch weiterhin beantragt und gezahlt werden. Extremster Fall, den ich kenne: 90-jährige Eltern, die für ihr 65-jähriges Downsyndrom-Kind Kindergeld bekommen.
Voraussetzung sind die Anerkennung als Behinderter (z. B. durch Ausweis) und das Attest eines Arztes darüber, dass die Behinderung bereits vor der Altersgrenze von 25 Jahren bestanden hat.

Auch für behinderte Kinder gilt die beim Kindergeld übliche Einkunftsgrenze. Es kann aber außer Werbungskosten und Sozialversicherung noch ein "individueller behinderungsbedingter Mehrbedarf" beansprucht werden.
Ausführlich: Dienstanweisung DA-KG, Abschnitt A 18.4 (5),
Information der Bundesagentur für Arbeit: "Kind mit Behinderung".

Wenn für das Kind gar kein Kindergeld zu bekommen ist (z. B. weil die Behinderung nach der Altersgrenze begonnen hat), können Eltern, die ihrem Kind weiter Unterhalt zahlen, diesen Unterhalt ggf. als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung angeben.
Siehe Abschnitt Unterhalt für Kinder ohne Kindergeldanspruch bei der Steuer absetzen
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Kindergeld rückwirkend beantragen

Kindergeld kann rückwirkend für das laufende Jahr und für vier davor liegende Jahre beantragt werden. Wenn für einen Zeitraum Kindergeld beantragt und abgelehnt wurde und hier kein Einspruch eingelegt wurde, kann für diesen Zeitraum das Kindergeld in der Regel nicht nochmals beantragt werden.
Beispiel: Bis zum 31.12.2017 kann noch Kindergeld für 2013 beantragt werden.
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Kindergeld und Grundsicherung

Bezieht ein behindertes Kind Grundsicherung, kann es sein, dass die Sozialämter versuchen, das an die Eltern ausbezahlte Kindergeld auf Leistungen der Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung anzurechnen.
Wie Eltern sich dagegen wehren, beschreibt Rechtsanwalt Jürgen Greß in www.myhandicap.de/anrechnung-kindergeld.html.
Er gibt auch allgemeine Informationen zur Grundsicherung
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