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Tipps für Wehrdienstleistende


Aktuell:
Der Zivildienst in der bisherigen Form läuft im Lauf des Jahres 2011 aus.
Wie der Auslauf funktioniert und wer wann noch zum Zivildienst muss oder ihn freiwillig beginnen kann, ist bei www.zentralstelle-kdv.de beschrieben.

Die Informationen in dieser Seite beziehen sich auf den alten Pflicht-Wehrdienst, lassen sich aber teilweise auf den neuen freiwilligen Wehrdienst übertragen.
Ein wichtiger Unterschied: Während des heutigen freiwilligen Wehrdiensts gibt es Kindereld. Eine Verlängerung der Laufzeit des Kindergeldbezugs ab 25 Jahren gibt es daher nicht mehr.



Die meisten Tipps in dieser Homepageseite betreffen die Bereiche 'Finanzielles' und 'Selbstverwaltung'. Für Informationen, die den Dienst selbst betreffen, gibt es bereits genügend Seiten im Internet.
Für Zivildienstleistende und FSJ/FÖJ habe ich eine Extra-Seite zusammengestellt: Zivildienst

Auch wenn die allgemeine Wehrpflicht in 2011 vorläufig endet, gilt vieles in dieser Seite weiterhin, z. B.: Diese Seite wird daher auch künfig aktuell gehalten.
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Zurückstellung und Befreiung vom Wehrdienst

Es kann unterschiedliche Gründe geben, warum man vorläufig eine Zurückstellung vom Wehrdienst beantragen kann, z. B.:
Eine Befreiung von der Dienstpflicht gilt für
Die Zurückstellung ist in § 12 WPflG geregelt, die Befreiung in § 11 WPflG.

Der Antrag auf Zurückstellung oder Befreiung sollte rechtzeitig gestellt werden!

Wer unbedingt sicher gehen will, dass er trotz Rückstellung oder Befreiung in Krisenzeiten nicht zum Dienst mit der Waffe eingezogen wird, sollte konsequenterweise zusätzlich einen Anrag auf Kriegsdienstverweigerung stellen.
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Vorzeitiger Wehrdienst (ab 17)

Normalerweise wird man erst ab 18 eingezogen. Man kann aber auch beantragen, früher eingezogen zu werden. Das ist ab dem 17. Geburtstag möglich. Wenn man unter 18 ist, sollte zum Antrag die Zustimmung eines gesetzlichen Vertreters gelegt werden.
Die vorzeitige Heranziehung ist in § 5 Abs. 1a WPflG geregelt.
Zusätzlich muss scherlich auch eine frühere Musterung - rechtzeitig vor dem gewünschten Dienstbeginn - beantragt werden; auch das am besten gleich mit Unterschrift des gesetzlichen Vertreters.
Wenn das Ganze stärker beschleunigt werden muss, dann den entscheidenden Stellen mit Telefonaten, Hingehen und Faxen freundlich und höflich auf die Nerven gehen.
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Einkommensteuer, Steuererklärung

Sold und Entlassungsgeld von Wehrdienstleistenden sind nach § 3 Nr. 5 EStG steuerfrei.
Wehrdienstleistende, die vor und/oder nach der Dienstzeit arbeiten und Steuern zahlen, sollten unbedingt eine Einkommensteuererklärung ausfüllen und abgeben.
Im Jahr des Dienstbeginns und des Dienstendes fallen im Vergleich zum Wehr-Sold meist sehr unterschiedliche Verdienste an. Eine Einkommensteuererklärung kann hier große Teile (oder alles) von der gezahlten Lohnsteuer, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag zurückbringen.

Steuererklärungen lohnen sich besonders in Jahren mit ungleichmäßigem Verdienst:
Ausbildung → Anstellung
Lehre → Wehrdienst
Wehrdienst → Anstellung
Anstellung → Arbeitslosigkeit
Arbeitslosigkeit → Anstellung
usw.
Dies liegt daran, dass Lohnsteuer monatlich immer so berechnet wird, als bekäme man das ganze Jahr das gleiche Gehalt. (weitere Informationen zum Thema Einkommensteuer)
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Versicherungen

Der Wehrdienst gilt als ‘Mitarbeit im Öffentlichen Dienst’. Für Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes gibt es bei vielen Versicherungen Rabatte auf die Prämien. Der Rabatt muss bei der Versicherung beantragt werden.
Das Verlassen des Öffentlichen Dienstes muss der Versicherung rechtzeitig gemeldet werden. Der Versicherungsschutz kann sonst ganz oder teilweise erlöschen und Nachforderungen oder Strafzahlungen werden fällig.
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Unterhaltssicherung

Die Unterhaltssicherungsbehörde ist zuständig für die Bearbeitung der Anträge nach dem Unterhaltssicherungsgesetz (USG). Sie sichert den Lebensbedarf des Wehrdienstleistenden oder Wehrübenden und seiner Familienangehörigen.
Leistungen für Grundwehrdienstleistende:
Leistungen für Wehrübende:
Für Wehrübende sieht das Unterhaltssicherungsgesetz eine Entschädigung für die während der Dauer der Wehrübung entfallenden Einnahmen vor. Diese kann aus folgenden Leistungsarten bestehen:
Antragstellung:
Unterhaltssicherungsleistungen erhalten Sie nur auf Antrag. Wehrdienstleistende, müssen sich an den Kreis (oder die Kreisfreie Stadt wenden, in dem/der sie ihren Wohnsitz vor der Einberufung hatten. Außer den sonstigen benötigten Unterlagen muss der Einberufungsschein vorgelegt werden.
Bitte denken Sie für eine zügige Leistungsgewährung daran, den Antrag möglichst frühzeitig nach Empfang des Einberufungsbescheids zu stellen. Das Antragsrecht erlischt 3 Monate nach Beendigung des Wehrdienstes, bzw. der Wehrübung.

Weitere Informationen:
Broschüre "Wegweiser für Wehrpflichtige" (Hrsg. Bundesministerium für Verteidigung, Postfach 13 28, 53003 Bonn) www.bundeswehr.de
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Dienstbrille

Im Rahmen der freien Heilfürsorge bekommt jeder Wehrdienstleistende, der bereits Brillenträger ist oder es während seiner Dinstzeit wird, von der Bw eine Brille für den Dienstbetrieb. Man bekommt in der Grundausbildung vom SanBereich ein "Rezept", mit dem man zum zivilen Optiker seiner Wahl gehen kann. Dieser fertigt dann eine passende Brille mit der für den Soldaten entsprechenden Stärke.
Die Bw zahlt keine besonderen Gestelle oder teuren Gläser. Dafür ist ein festgelegter Geldbetrag vorgesehen. Sollte der Brillenträger sich beim Optiker noch irgendwelche "Sonderwünsche" dazubestellen, muss er diese selber bezahlen!
Die Dienstbrille geht nach dem Wehrdienst in den Besitz des Trägers über!
Zum Dienstantritt sollte man seinen aktuellen Brillenpass mitbringen! Dies kann viel Zeit und Nerven sparen.
Wird die private Brille im Dienstbetrieb beschädigt/zerstört, steht kein Schadensersatz zu. Beim Tragen der Dienstbrille steht Ersatz bzw. Reparatur zu.
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Sonstige Vergünstigungen

Für Wehrdienstleistende gibt es evtl. weitere Vergünstigungen: zum Seitenanfang


Sonderurlaub

Außer dem normalen Urlaub kann es zu unterschiedlichsten Anlässen Sonderurlaub geben: Kirchentage, Rüstzeiten, Mitarbeit in der Jugendarbeit (z. B. Betreuung von Freizeiten) Mitarbeit in Parteien, Betreuung erkrankter eigener Kinder, usw.
Solche Sonderurlaube erfolgen in der Regel unter Belassung der Geld- und Sachbezüge (= der Sold wird weiter gezahlt).

Aus besonderen Gründen, vor allem wegen persönlicher, wirtschaftlicher oder beruflicher Gründe, kann es Sonderurlaub geben. So können für Erntehilfe im Familienbetrieb bis zu drei Monate Sonderurlaub gewährt werden oder auch bis zu einem Monat bei Überschneidung von Wehrdienst und weiterführender Ausbildung.
Diese Sonderurlaube erfolgen in der Regel unter Wegfall der Geld- und Sachbezüge (= Sold wird nicht gezahlt)

Alle Sonderurlaube müssen rechtzeitig(!) beantragt werden.

Für Soldaten und Wehrdienstleistende gelten das Soldatenurlaubsgesetz (SUV) und die Sonderurlaubsverordnung für Bundesbeamte (SUrlV).
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Bescheinigung der Dienstzeit

Die am Ende des Wehrdienstes ausgeteilte mehrteilige Bescheinigung ist ein wichtiges Dokument, um den abgeleisteten Wehrdienst nachzuweisen: Es lohnt sich also, dieses Papier gut aufzuheben!
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Dienstzeugnis

Gemäß § 32 Abs. 5 SG erhält der Soldat nach Beendigung seines Wehrdienstes eine Dienstzeitbescheinigung.
Auf Antrag ist ihm bei einer Dienstzeit von mindestens vier Wochen von seinem nächsten Disziplinarvorgesetzten ein Dienstzeugnis zu erteilen, das über die Art und Dauer der wesentlichen von ihm bekleideten Dienststellungen, über seine Führung, seine Tätigkeit und seine Leistung im Dienst Auskunft gibt.

Der Soldat kann eine angemessene Zeit vor dem Ende des Wehrdienstes schon ein vorläufiges Dienstzeugnis beantragen, das dann für Bewerbungen genutzt werden kann.

Das Zeugnis kann (falls es gut ist) sehr wertvoll sein, da die meisten Wehrpflichtigen für ihre ersten Bewerbungen außer Abitur- und Studienzeugnissen bzw. Ausbildungs- und Berufschulzeugnissen nichts in der Hand haben, das beweisen könnte, dass sie in der Praxis gut und fleißig arbeiten.
Auch bei der späteren Bewerbung bei einem zweiten Arbeitgeber hat der Bewerber in der Regel noch kein Arbeitszeugnis, das er vorlegen könnte.
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Entlassungsuntersuchung

Die ärztliche Einstellungsuntersuchung findet automatisch statt. Eine Entlassungsbefragung oder Entlassungsuntersuchung in der Regel ebenfalls. Die Entlassungsuntersuchung (und nicht nur eine Befragung) ist besonders dann wichtig, wenn der Dienstleistende den Eindruck hat, dass er sich während des Dienstes gesundheitliche Schäden, z. B. durch schweres Heben oder Unfall bzw. Wegeunfall zugezogen hat, oder dass sonstige Veränderungen zum früheren Gesundheitszustand vorhanden sind. Daraus kann sich unter Umständen ergeben, dass der Staat Reha- oder Versorgungsleistungen zahlen muss.
Fazit: Auf die Entlassungsuntersuchung sollte niemand verzichten.
Sollte es zu einer Schädigung durch Unfall oder andere Vorgänge (z. B. Bandscheibenvorfall) gekommen sein, ist auf jeden Fall und rasch ein "Antrag auf Feststellung einer Wehrdienstbeschädigung" zu stellen.
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Nebentätigkeit (Job, Gewerbe, Freiberuf)

Wenn Wehrdienstleistende zusätzlich zu ihrem Dienst noch eine Nebentätigkeit (Job, Gewerbe oder freiberufliche Tätigkeit) ausüben wollen, müssen sie sich das bei der Dienststelle genehmigen lassen. Dies gilt ebenso für FSJler. Die Genehmigung kann nur versagt werden, wenn durch die Nebentätigkeit die Dienstfähigkeit des Wehrdienstleistenden beeinträchtigt wird (z. B.: Türsteher bis 2:00h nachts), oder wenn sie in Konflikt zum Dienst in der Bundeswehr steht.
Gesetzestext: § 20 SG (Gesetz über die Rechtsstellung der Soldaten / "Soldatengesetz")

Die Genehmigung wird mit einem kurzen Schreiben beim Disziplinarvorgesetzten beantragt. Die Tätigkeit sollte darin kurz beschrieben werden: "Wann? Was? Wie oft? Wie lange?"
Hier als Beispiel ein Musterantrag (.txt-Datei 1kB), wie er in einem parallelen Fall von einem Zivildienstleistenden geschrieben würde. Wehrdienstleistende tauschen Anschrift, Dienstnummer und Anrede aus - dann passt es.

Dienstzeit plus Nebentätigkeit dürfen 48 Wochenstunden nicht überschreiten. Für die Nebentätigkeit besteht prinzipiell keine Einkunftsgrenze. Die Höhe der Einkünfte muss auch nicht der Dienststelle gemeldet werden.

Bei Wehrdienstleistenden schaden die Einkünfte, auch nicht dem vor oder nach der Dienstzeit gezahlten Kindergeld. Grund: Während des Wehrdienstleistes gibt es kein Kindergeld, und daher zählen Einkünfte in dieser Zeit nicht mit.

Während der Beurlaubung dürfen nur solche Nebentätigkeiten genehmigt werden, die dem Zweck der Beurlaubung nicht zuwiderlaufen. (§ 28 Abs. 5 SG)
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Bildung, Weiterbildung

Der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BFD) ermöglicht die berufliche Weiterqualifikation während des Grundwehrdienstes. Sofern der BFD keine passende Bildungsmaßnahme anbietet, können man diese bei Einrichtungen außerhalb der Bundeswehr besuchen. Der Bund beteiligt sich dann mit einem Zuschuss in Höhe von 100% der erstattungsfähigen Kosten wie z. B. Lehrgangsgebühren, Auslagen für Lernmittel, Prüfungsgebühren.
Der BFD finanziert Ihnen in der Zeit des Grundwehrdienstes Fortbildungsmaßnahmen in Höhe von bis zu 664,68 Euro. Man kann dabei für eine oder mehrere Bildungsmaßnahmen Zuschüsse erhalten.
Zu Unrecht erhaltene Zuschüsse müssen zurückgezahlt werden.
Für die Teilnahme an ganztägigen Bildungsmaßnahmen sind bis 5 Tage Sonderurlaub (unter Belassung der Geld- und Sachbezüge) während der Dauer des Wehrdienstes möglich.
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Rentenversicherung

Am Beginn des Wehrdienstleistes wird ein Formblatt zur Meldung bei der Rentenversicherung ausgeteilt. Dieses Blatt muss später zusammen mit der abschließenden Dienstzeitbescheinigung bei der Rentenversicherung eingereicht werden, um die entsprechenden Rentenversicherungsmonate geltend zu machen. Jeder dieser nachgewiesenen Monate erhöht später die Rente.
Auch die Monate, in denen man zwischen Wehrdienst und einem weiteren Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis arbeitslos gemeldet ist, erhöhen die spätere Rente.

Jeder Wehrdienstleistende sollte ein paar Jahre nach seiner Rückkehr in den Beruf bzw. am ersten beruflichen Arbeitsplatz nach dem Studium an die 'Deutsche Rentenversicherung' (früher BfA oder LVA) (Bundesversicherungsanstalt für Angestellte, Berlin - Zweigstellen in allen größeren Städten) einen Antrag auf Klärung des Rentenversicherungskontos stellen. Nur so kann man selbst prüfen, ob bei der 'Deutschen Rentenversicherung' alle Zeiten wie z. B. Schule, Ausbildung, Wehrdienst, gemeldete Arbeitslosigkeit usw. bereits bekannt und berücksichtigt sind. Eine Postkarte oder ein Telefonanruf mit Angabe der Rentenversicherungsnummer genügen. Dieser Vorgang sollte alle 7 bis 10 Jahre wiederholt werden.
Das gilt gerade auch für jüngere Menschen, da es mit zunehmendem Alter immer schwieriger wird, für die in jungen Jahren angefallenen oder erarbeiteten Versicherungszeiten, die bei der 'Deutschen Rentenversicherung' noch nicht registriert sind oder vergessen wurden, exakte Beweise beizubringen.

Unser Rentensystem wird in 40 Jahren gewiss nicht mehr die alleinige oder gar ausreichende Altersversorgung darstellen. Es hat aber bereits zwei Kriege, eine Inflation und eine Währungsreform überstanden. Seine Grundprinzipien haben sich währenddessen wenig geändert.

Als Wehrdienstleistender ist man außerden auch bei der Riester-Rente zulagenberechtigt. Eventuell kann hier eine entsprechende Anlage sinnvoll sein. Schon mit einer Einzahlung von 60 € pro Jahr kann man ein Mehrfaches an staatlichen Zulagen erhalten. Für Personen, die unter 25 Jahre alt sind und mit dem Riestern beginnen, gibt es einen zusätzlichen Bonus.
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Bundesanstalt für Arbeit (Arbeitsamt), Arbeitslosengeld

Wehrdienstleistende, die nach der Dienstzeit einen oder mehrere Monate bis zum nächsten Ausbildungsabschnitt oder auf den Beginn eines Arbeitsvertrags warten müssen, sollten sich arbeitslos melden.
Jeder Monat gemeldeter Arbeitslosigkeit zählt bei der Rentenversicherung mit und erhöht die spätere Rente.
Wer innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Arbeitslosigkeit mindestens 12 Monate mit Sozialversicherung gearbeitet hat, erhält Arbeitslosengeld. Die Wehrdienstmonate zählen hierbei wie Monate, in denen sozialversicherungspflichtig gearbeitet wurde.

Die Höhe des Arbeitslosengeldes wird bei ehemaligen Wehrdienstleistenden an einem fiktiven Arbeitsentgelt bemessen, nicht am niedrigen Wehrsold. Das fiktive Arbeitsentgelt wird jedes Jahr neu festgelegt und entspricht in etwa dem durchschnittlichen Arbeitsentgelt eines in Deutschland arbeitenden Arbeitnehmers.

Die Meldung bei der BA muss rechtzeitig (= mindestens 3 Monate) vor dem Ende des Wehrdienstes erfolgen!
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Kindergeld, Eigenheimförderung, Ortszuschlag

Falls die Eltern des Wehrdienstleistenden Kindergeld beziehen, muss die Familienkasse über den Beginn des Dienstes informiert werden. Während des Wehrdienstes gibt es kein Kindergeld. Ausnahme: Wenn der Wehrdienst nicht am Monatsbeginn anfängt oder am Monatsende endet, kann es für diesen Monat noch Kindergeld geben (siehe BFH-Urteil vom 5.9.2013, XI R 7/12). Versehentlich zuviel erhaltenes Kindergeld muss zurückgezahlt werden.

Eine (selten vorkommende) Ausnahme gibt es, wenn Kinder neben dem Wehrdienst ein Studium ernsthaft und nachhaltig betreiben (BFH-Urteil vom 14. Mai 2002 VIII R 61/01).

Für Soldaten, die nach dem Wehrdienst ihre Ausbildung fortsetzen wollen, sollte dann durch die Eltern sofort Kindergeld beantragt werden. Auch in einer Wartezeit (bis zu 4 Monaten) zwischen Wehrdienst und einer Ausbildung oder für arbeitslose Kinder wird Kindergeld gezahlt. Die Zeit vor dem Wehrdienst kann ebenfalls bis maximal 4 Monate als Wartezeit problemlos geltend gemacht werden.
Wenn nach der Dienstzeit eine Ausbildung angestrebt wird, die nur zu bestimmten Terminen (z. B. Beginn der Lehre im August, Semesterbeginn im Oktober) beginnt, kann ach für längere Zeiträume kindergeld beantragt werden.
Auch während Praktika kann problemlos Kindergeld beantragt werden.

Das Einkommen des Kindes muss angegeben werden, ist aber meist nicht so hoch, dass es die Einkommensgrenze von 7.680,00 € (bis 2009) bzw. 8.004 € (2010 und 2011) pro Kalenderjahr für das Kindergeld übersteigt. Wenn das Kindergeld nur für einen Teil des Jahres bezogen wird, wird die Einkommensgrenze nur zu entsprechenden Zwölfteln berechnet. Die Jahresgrenze für das Kindergeld kann eventuell durch Abzug von Werbungskosten des Kindes unterschritten werden.
Der Wehrsold zählt zu der Zeit, in der es kein Kindergeld gibt. Er und andere Einkünfte in dieser Zeit zählen deshalb "aus Sicht des Kindergeldes" nicht mit zum Einkommen des Kindes (§ 2 Abs. 2 Satz 7+8 BKGG).
Das Entlassungsgeld zählt zur Zeit nach dem Wehrdienst. Beim Entlassungsgeld können keine Werbungskosten abgezogen werden.

Falls in der Zeit zwischen Wehrdienst und Studium/Ausbildung sehr viel Geld verdient und die Einkunftsgrenze vermutlich überschritten wird, kann es sinnvoll sein, in dieser Zeit kein Kindergeld zu beantragen.

Für alle Kinder, die in 2009 Kindergeld bekommen haben, gibt/gab es im Jahr 2009 einen Zusatz-Bonus von einmalig 100 €. Bei Kindern, die z. B. wegen Wehr- oder Zivildienst nicht das ganze Jahr Kindergeld erhalten haben, funktionierte das manchmal nicht.
Prüfen Sie also nach, ob für jedes Kind, für das es mindestens einen Monat Kindergeld gab, die 100 € gezahlt wurden.

Sobald Kindergeld gezahlt wird, können die Eltern ihre Kinder wieder steuermindernd für ihre elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) eintragen lassen und sie später in der Einkommensteuererklärung (Anlage Kind) aufführen.

Eltern, die im öffentlichen Dienst angestellt sind, erhalten für die Monate, in denen Kindergeld gezahlt wird, einen erhöhten Ortszuschlag (Mitteilungen an die Personalabteilung nicht vergessen!).

Der Kinderzuschlag zur Eigenheimförderung (erste 8 Jahre nach Anschaffung des selbstgenutzten Eigenheims) wird für das ganze Jahr gezahlt, wenn für das Kind mindestens ein Monat im Kalenderjahr Kindergeld gezahlt wird. Das Gleiche gilt für den Kinderzuschlag zur Riester-Rente.
Da der Wehrdienst inzwischen deutlich kürzer als 12 Monate ist, wirkt er sich bei den Eltern für Eigenheimförderung und Riester-Rente nicht schädlich aus. (weitere Informationen zu Kindergeld und Eigenheimzulage)

Kindergeld für Zeitsoldaten
Kindergeld kann es übrigens auch während der Berufsausbildung eines Soldaten auf Zeit als Offiziersanwärter bzw. Unteroffiziersanwärter geben (→ ).
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Waisenrente und Halbwaisenrente

Während des des Wehrdienstes besteht kein Anspruch auf Waisen- oder Halbwaisenrente.
Ab Vollendung des 18. Lebensjahres bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres besteht ein Anspruch auf diese Renten nur, sofern die Waise eine Schul- oder Berufsausbildung absolviert, bzw. sich in einer Übergangszeit zwischen einem Ausbildungsabschnitt und der Ableistung des Wehrdienstes befindet.
Eine Übergangszeit kann höchstens vier Kalendermonate umfassen. Dies gilt auch, wenn die weitere Ausbildung z.B. aus allein hochschulorganisatorischen Gründen nicht früher beginnt.
(Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend → Zivildienst und § 48 SGB VI).
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Mittel gemäß Bundes-AusbildungsförderungsGesetz (BAföG)

Wehrdienstleistende, die wegen ihres Dienstes eine Ausbildung unterbrechen mussten, bekommen während des Dienstes kein BAföG. Sie können nach dem Dienstes wieder BAföG beantragen.
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Krankenkasse

Die Mitgliedschaft bei der Krankenkasse ruht während des Wehrdiensts. Auch Zusatzbeiträge müssen in dieser Zeit vom Wehrdienstleistenden nicht gezahlt werden. Wenn einige Kassen trotzdem versuchen, diese Zusatzbeiträge einzutreiben, ist das wenig seriös. Der Wehrdienstleistende sollte das strikt ablehnen und auch durchblicken lassen, dass er ein solches Verhalten als Aufforderung zum Wechsel der Krankenkasse versteht.
Nach dem Wehrdienst muss man sich innerhalb einer Woche(!) wieder bei der Krankenkasse anmelden. Je nach Lebensumständen ist der frühere Wehrdienstleistende dann bei den Eltern mitversichert oder selbst versichert.
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Banken

Kontoführungsgebühren werden für Wehrdienstleistende nicht erstattet, aber einige Banken bieten (wie für Schüler, Auszublichende und Studenten) gegen Vorlage des Dienstausweises Konten mit kostenloser Kontoführung an. Am geschicktesten sucht man sich eine Bank aus, die auch später für Berufstätige ein kostenloses Konto anbietet.
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Unterlagen sortieren

Spätestens ab Beginn des Wehrdienstes sollte man lernen, seine Unterlagen gut sortiert abzulegen.
Wie man das organisieren kann, steht auf der Seite Unterlagen geordnet ablegen.
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